westhafen

Westhafen I, 1999,
Öl auf Hartfaser, 40x60cm

 

 

Westhafen

Lars Lehmann, 2007

Ende 1998 wohnte ich 10 Jahre in Berlin. Am Anfang meiner künstlerischen Tätigkeit beschäftigten mich vor allem zwei Themen: Stillleben und Landschaften. Stadtlandschaften kamen mir wegen ihrer strukturellen Verwandtschaft zum Stillleben besonders entgegen, umgekehrt lassen sich meine Stillleben auch als „Ding-Landschaften“ betrachten, so dass zwischen beiden starke Bezüge bestehen.
Ich hatte mir angewöhnt, Themen in kleinen Serien zu bearbeiten, so entstand um diese Zeit eine Uckermark-Serie und eine Usedom-Serie, nun suchte ich aber nach einem größeren Motiv. Das Westhafen-Gelände entdeckten wir auf einem unserer sonntäglichen Streifzüge von unserer damaligen Wohnung am Gesundbrunnen aus. Mich mag als gebürtiger Ribnitzer, der in einer Stadt am Wasser aufgewachsen war, diese Wasser-Landschaft besonders fasziniert haben; hinzu kam der Piranesi-hafte Tiefensog der ineinander mündenden Kanäle; den Stillleben-Maler in mir interessierten wiederum die skurrilen und vielfältigen Formen der Hafen- und Speichergebäude, Lagerflächen, Kräne, Tanks und Schiffe.
Nach intensiven Einzelstudien im Skizzenbuch malte ich das hier gezeigte Ölbild; die Arbeit ging mir gut von der Hand, und als Erinnerung an unsere Spaziergänge platzierte ich eine Figur auf der kleinen Kanalinsel – meine Frau.
Eine größere Fassung von 1 x 1,5m nach diesem Motiv entstand bald darauf; sie fand das gefallen des Vorstandes der Berliner Hafen-Gesellschaft BEHALA und wurde für das Betriebsgebäude erworben; am vorgesehenen Standort war jedoch noch eine große Wand frei, und das Bild rief nach einem Gegenüber – so konnte ich das bisher größte Landschafts-Bild in meiner bisherigen Laufbahn realisieren – den Zollspeicher am Westhafen, ein Werk von 1,5x2m Größe.